Rallye statt Jahreshauptversammlung

Rallye statt Jahreshauptversammlung

Die Rallye Kempenich, die gleichzeitig mit der Jahreshauptversammlung stattfand, war geprägt von Verkehrschaos am Nürburgring, einer gut organisierten Dokumenten- und technischen Abnahme, sowie anspruchsvollen Wertungsprüfungen mit neuen Streckenabschnitten und mehreren Zwischenfällen...

Kempenich. Wie schon im vergangenen Jahr fand die Rallye Kempenich wieder am gleichen Tag wie die JHV statt. Die Anfahrt dauerte erheblich länger, da man am Nürburgring vorbei muss und bei dem tollen Wetter das „season-opening“ am Ring stattfand. Die Tuningszene gab ein lautes Stell-dich-ein mit qualmenden Reifen. In diesem Jahr war aber auch viel Polizei vor Ort, die so einige Gefährte in Augenschein nahm. Am Brünnchen herrschte das absolute Chaos, Für den einen Kilometer von der B 258 bis zur Einfahrt Brünnchen benötigte ich eine halbe Stunde. Erich (mein Chauffeur) war ca. 20 Minuten später dran und konnte dann schon die ersten Abschleppwagen und das Ordnungsamt bei der Räumung des Standstreifens, der komplett zugeparkt war, bewundern.

Pünktlich zur Öffnung der Dokumentenabnahme trafen wir in Kempenich ein. Die DA war perfekt organisiert, so dass man nach drei Minuten durch war. Nach dem Bekleben des 3-er Golf ging es zur Technischen Abnahme. Bisher mussten wir hier immer geraume Zeit warten. Dieses Mal wurden wir gleich in die Abnahmehalle gewunken, weil wir als drittes Fahrzeug dort eingetroffen waren. Die Abnahme dauerte etwas länger, weil der niederländische TK einen TK-Anwärter an unserem Einsatzgerät einwies. Ohne Probleme erhielt der Golf den Abnahmeaufkleber. Hier wieder vielen Dank an die Serviceleute, die den Golf vorbereitet hatten.

Danach ging es zum gemütlichen Teil.

Der Sonntag begann recht früh mit der Bordbuchausgabe um 07.00 h und dem anschließenden  Recce (Aufschrieb erstellen und kontrollieren). Schnell fahren kann man dabei nicht, da mit dem Rallye-Safe-System bei den Läufen zum Deutschen Rallye Cup gefahren wird. Ist man schneller als mit den erlaubten 80 außerhalb der Ortschaften unterwegs, hat man anschließend eine Audienz beim Rallyeleiter, die man tunlichst vermeiden sollte.

Danach wurde dann der Golf in den Vorstart (Parc Ferme) gebracht, bevor es dann um 12.23 h für uns los ging. Die WP 1 „Hausten“ war uns schon aus dem Vorjahr bekannt. Als wir dort ankamen stand ein langer Rückstau dort (Grund ein niederländischer Subara hatte gefackelt). Jetzt kam für mich der sportliche Teil in Form eines Bergsprintes zur ZK. Dann ging es mit gut 20 Minuten Verspätung los.

Die Prüfung lief ganz ordentlich, an zwei Stellen etwas zu früh gebremst aber ansonsten gut.

Die WP 2 (Rundkurs Bell) war komplett neu. Es wurden annähernd drei Runden von 2,5 km Länge mit einem Schotteranteil von jeweils 1,5 km gefahren. Wir hatten erheblich mehr Staub erwartet, aber das Fahrwerk wurde schon ganz schön gefordert. Wo die neuen Fahrzeuge der RC-klassen einfach drüber bügeln, springen die Youngtimerfahrzeuge ganz schön. Die Schotterpassage führte durch eine Lavagrube in der man die Wege für die Rallye „geebnet“ hatte. Mit jedem Fahrzeug und mit jeder Runde war von der Ebnung weniger zu spüren.

Die dritte WP hörte auf den Namen Kempenich. Der Start war neu, der Rest bekannt. Absolut beeindruckend wie viele Zuschauer hierhin gekommen waren. Danach ging es zu dem bereits mehr- fach gefahrenen Rundkurs Hannebach. Dieser Rundkurs (3 Runden mit 5 km  Länge) verbreitet belgisches Rallyeflair mit seinen 3 Ortsdurchfahrten in Hannebach, Wöllscheid und Heulingshof. Hier wünschen sich die Dörfer, dass die Rallye durch den Ort fährt, weil so die Ortsvereine Einnahmen generieren mit den Würstchenständen. S was nennt man eine „Win-Win-Situation“. In dieser Prüfung musste der Peugeot 205 aus unserer Klasse mit einem  t.D. die Waffen strecken. In dieser WP musste Erich drei Fahrzeugen Platz machen, die uns wieder zeigten, dass die 150 Serien-PS einfach zu wenig sind.

Das Regrouping war mit 45 Minuten angesetzt, dauerte für uns 16 Minuten.

Danach wurden die vier Prüfungen ein zweites mal unter die Räder genommen.

WP 5 lief wie geschmiert, kostet allerdings den rechten Außenspiegel, weil eine Warnbake einfach ins Auto sprang, oder so ähnlich.

In der WP 6 wurden wir in der ersten Runde mit gelb eingebremst. Grund hierfür war ein Mini, der linksseitig eingeschlagen war. In der zweiten Runde sahen wir wieder die gelbe Flagge. Grund war jetzt der Wolfertz-Manta aus unserer Klasse der rechts auf einen Lavahaufen parkte. Eifrige Zuschauer wollten dem Manta wieder Bodenkontakt mit allen vier Rädern verschaffen. 500 Meter weiter dann wieder „gelb“. Jetzt war der Mini von Zuschauern geborgen worden und wurde von vielen Menschen in eine Wise auf der rechten Seite geschoben. Die letzte Runde war dann fast störungsfrei. 400 Meter vor der Ausfahrt liefen wir auf den Kottmann-BMW aus unserer Klasse auf. Nach der WP hatten wir ein schleifendes Geräusch. Grund hierfür war das zerfledderte Handbremsseil, dass jetzt über den Asphalt schliff.

Die Kempenich lief vollkommen problemlos, wie auch der Rundkurs Hannebach, wenn man davon absieht, dass wir einem Sierra Cosworth Platz machen mussten, was immer mit ein wenig Zeiteinbuße verbunden ist.

Von den 101 gestarteten Teams hatten 18 ein DNF (did not finish) und 17 ein DNC (did not classified) in der Ergebnisliste stehen.

Wir durften uns über einen 2. Platz in der Klasse freuen und ein fast unbeschadetes Auto. Damit können wir jetzt für die Osterrallye Zerf (ebenfalls ein Lauf zur DRC) planen.

JS

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