Sehr interessanter Clubausflug
Eben-Emael. Lars hatte eine Idee für einen Clubausflug, der nicht allzu weit entfernt war aber äußerst interessant. Die Beteiligung war eher mäßig mit 13 Erwachsenen plus einem Kind. Die Anreise erfolgte mit PKW nach persönlichen Absprachen. Eben-Emael ist ein Ort an der niederländisch-belgischen Grenze unweit von Maastricht und militärisch an einem strategisch wichtigen Fleck Erde unmittelbar am Albert-Kanal und der Maas.
Eben-Emael. Lars hatte eine Idee für einen Clubausflug, der nicht allzu weit entfernt war aber äußerst interessant. Die Beteiligung war eher mäßig mit 13 Erwachsenen plus einem Kind. Die Anreise erfolgte mit PKW nach persönlichen Absprachen. Eben-Emael ist ein Ort an der niederländisch-belgischen Grenze unweit von Maastricht und militärisch an einem strategisch wichtigen Fleck Erde unmittelbar am Albert-Kanal und der Maas. Im ersten Weltkrieg hatten die deutschen Truppen eine Lücke im Verteidigungsring für die Industriestadt Lüttich gefunden und so die Stadt im Handstreich eingenommen. Um dies zu verhindern bauten die Belgier zu den 12 Forts rund um die Stadt Lüttich vier weitere. Eines davon ist das Fort Eben-Emael, dass innerhalb von 3 Jahren mit 2000 Arbeitern aus den Kohleminen rund um Lüttich gebaut wurde. Hier hätten die Erbauer und Planer von Stuttgart 21, Elbphilharmonie, dem Flughafen BER usw. mal was abschauen können.
Wir wurden von unserem Fremdenführer Serge, der perfekt deutsch sprach, empfangen und erhielten eine 2 ½-stündige Führung, die man ganz leicht auf einen ganzen Tag hätte ausdehnen können. Hierzu ein paar Daten. Das Fort selber nimmt eine Fläche von 45 Hektar ein, wenn man die Außengelände hinzu rechnet kommt man auf 72 Hektar. In der unterirdischen Kaserne versahen zu Kriegszeiten 1200 Soldaten Dienst. Wobei es aber nicht für 1200 Soldaten Betten gab. Die Mannschaftsdienstgrade teilten sich jeweils zu zweit ein Bett in einem 20 Mann Schlafraum. So legte man sich immer in ein angewärmtes Bett. Für mich trotzdem keine schöne Vorstellung. 500 Mannschaftsdienstgrade hatten frei und 500 versahen Dienst. Das Fort hatte einige ausfahrbare Geschütztürme, einige Kasematten und MG-Nester usw. Ein Geschützturm wog 480 Tonnen. Da man gut eingebettet zwischen Kanal und Maas lag war, galt das Fort als uneinnehmbar. Das Fort war strommäßig autark. 120.000 Liter Diesel lagerten dort, um maximal 6 Dieselaggregate zu versorgen. Die Luftversorgung wurde über Luftkanäle, die in den steilaufragenden Felswänden zum Albertkanal endeten und die Luft mit rieseigen Gebläsen in die Anlage pusteten. Um das Fort herum war ein Panzergraben angelegt, der 4 Meter tief war. Unterirdisch waren drei Etagen angelegt mi einem Gängesystem von über 5000 Meter Länge.
Das Attribut uneinnehmbar hebelten die deutschen Truppen sehr schnell 1939 aus. 11 Lastensegler, ein Lastensegler steht in einem der Gänge, wurde von Ju 52 von zwei Kölner Flugplätzen (einer der Butzweiler Hof) in den Himmel gezogen und gleiteten dann die 76 km zum Fort. Die Abwehr registrierte diese Flieger erst zu spät als Gefahr. Von den 11 Seglern landeten neun mit insgesamt 76 Soldaten auf dem „Dach“, ein Wiesengelände auf dem Pietersberg, des Forts. Die Deutschen hatten hier den Schwachpunkt des Forts ausgemacht, da man bei Luftaufnahmen festgestellt hatte, dass die belgischen Soldaten in ihrer Freischicht gerne Fußball spielten und dafür auch Tore aufgestellt hatten. Wo Fußball gespielt wird, kann es nicht vermint sein. Die Flieger landeten sehr präzise und die Elitesoldaten rannten sofort zu ihren Zielen, um an den Geschütztürmen punktgenau Sprengladungen anzubringen. Damit war das uneinnehmbare Fort innerhalb kürzester Zeit lahmgelegt. Jetzt war es ein leichtes für Bodentruppen die Brücken, die besonders geschützt werden sollten, einzunehmen.
Ich will hier kein Loblied auf die deutsche Wehrmacht anstimmen, aber imposant war es schon. Man könnte noch sehr viel mehr schreiben, aber vielleicht will der ein oder die andere einmal selbst hinfahren. Neben den tollen Vorträgen von Serge, konnte man noch einige Filme sehen und ganz viele Räume besichtigen. Leider hatten wir keine Zeit mehr uns die Museumsräume anzuschauen, weil wir nach Führung in einem Restaurant, einer alten Mühle, einen Tisch reserviert hatten.
Dort gab es tolles Essen zu einem erstaunlich günstigen Preis, für belgische aber auch deutsche Verhältnisse einem Spottpreis.
Wer nicht mit dabei war, hat einen sehr interessanten und lehrreichen Ausflug verpasst, der gerade zur jetztigen Zeit, wo es an allen Ecken und Enden „brennt“ zum Nachdenken gebracht hat.
Nach dem Essen traten die Teilnehmer gut gesättigt und sicherlich auch ein wenig nachdenklich die Heimfahrt an.
Vielen Dank an Lars, der den Ausflug organisiert hat.
/JS
Weitere Bilder findet ihr in unserer Gallerie!
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